Saftfasten – meine Woche, meine Erfahrungen

Saftfasten

Es ist Mittwoch. Bis Freitag ging mein Saftfasten und seit dem hat sich für mich einiges verändert. Nur zum Positiven übrigens. In diesem Rückblick möchte ich dir zeigen, wie ich die Woche angelegt habe, wie ich mich gefühlt haben und welche Konsequenzen sich daraus für mich ergeben haben.

Saftfasten

Wochenüberblick

Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
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Wie du der Wochenübersicht entnehmen kannst haben wir ab Mittwochabend jeden Abend vegane Suppe gegessen. Rezepte dazu bekommst du ab Freitag. Das Wesentliche war, dass auch die Suppen (so wie die Säfte) nur aus Gemüse und einem kleinen Schluck Öl bestehen sollten. Dadurch, dass sie warm war und man sie mit dem Löffel zu sich genommen hat, fühlte sie sich befriedigender an, als noch ein Glas Saft.

Zusätzlich haben wir jeden Tag 1,5-3 Liter Wasser oder Tee getrunken. Auch das hilft deinem Körper (und deinem Kopf), wenn du dich hungrig fühlst. Leider hatte ich seit dem Freitag vor der Saftkur eine leichte Erkältung, sodass ich nur einmal Sport gemacht habe. Und zwar an Tag 3. Ich habe mich so fit wie noch nie gefühlt. Ich hatte nach dem Aufstehen keine Erkältungssymptome (zumindest keine wahrnehmbaren) und bin locker 6 km gelaufen. Danach kamen die Erkältungssymptome leider wieder (allerdings nicht so schlimm, wie ich es sonst abbekomme).

Nebenwirkungen:

Es scheint offensichtlich, dass eine solche Saftkur etwas mit dir macht. Sie verlangt dir etwas ab! Commitment, sagen die Amis. Perseverence. Bis ans Ende durchhalten. Und dann, wenn alles rum ist, dann willst du gefälligst auch einen Effekt spüren! Um ehrlich zu sein: es gab angenehme und unangenehme Nebenwirkungen…

Unangenehm (ausschließlich während der Saftkur)

  • Flo klagte über Kopfschmerzen.
  • Wir fühlten uns beide abends schlapp und demotiviert.
  • Mir war oft kalt.
  • Ich hatte schwere Gelüste (Cravings. Vor allem in der zweiten Wochenhälfte.)

Angenehm (auch während, vor allem aber nach der Saftkur)

  • Ich habe mich schlank gefühlt (währenddessen und danach).
  • Ich hatte weder Bauchschmerzen, noch Krämpfe und unsinnige Stimmungsschwankungen beim Monatlichen Hormonfestival (währenddessen).
  • Meine Haut ist reiner und ruhiger geworden (währenddessen und danach).
  • Ich war topmotiviert danach gesund und bewusst weiter zu essen (immer noch!)
  • Seit ich wieder gesund weiter esse bin ich auffallend häufig gut gelaunt, fühle mich fit und stark und motiviert: im Job, im Alltag und in meiner Beziehung.

Mein Fazit?

Ich habe vor einigen Tagen in einer Facebook-Gruppe zum Thema Entgiften einen Artikel gefunden, den ich ganz interessant fand. Es geht im Wesentlichen darum, dass der Körper kein Detox braucht, weil wir ja sowieso Entgiftungs- und Abwehrsysteme haben, die uns schützen, sonst wären wir schon längst tot.

Ich habe einige Zeit damit verbracht darüber nachzudenken und nach einem Äquivalent zu suchen, das greifbar macht, warum ich der festen Überzeugung bin, dass das sehr einseitig und auch ein bisschen blöd ist. Mir ist zunächst kein Äquivalent eingefallen, weil unser herrlicher Körper so wunderbar einzigartig ist. Aber dann kam mir die Idee mit dem Haus und das drückt meine Gedanken vielleicht ganz gut aus.

Wenn unser Körper ein Haus ist,  dann ist unsere Haut vielleicht die Außenfassade. Unsere Augen und unser Mund sind Türen und Fenster. Dahinter die verschiedenen Stockwerke. Der Keller (Füße und Knöchel), das Erdgeschoss (Beine und Hüfte), die erste Etage (Brustkorb und Arme) und natürlich das Dachgeschoss (unser Kopf). Theoretisch ist erstmal alles in Ordnung. Die Räume sind strukturiert. Jedes Möbelstück (Organ) hat seine Funktion. Wir schlafen im Bett und kochen in der Küche. Die Außenfassade wehrt Wind und Wetter ab, die Fenster lassen Licht, Luft und die Jahreszeiten in unser Haus. Alles funktioniert. Wir bringen zweimal die Woche den Müll raus, wir putzen regelmäßig Bad und Küche und saugen einmal die Woche die Zimmer aus. Wer braucht da schon detox. Und doch überkommt uns das Bedürfnis nach einem Frühjahrsputz. Obwohl alles sauber ist, vielleicht auch aufgeräumt, kommen wir an einem Punkt, an dem wir altes loswerden möchten und wenn nötig durch besseres ersetzen wollen. Wir lassen los. Kleider weg für den Guten Zweck, Spiele und Bücher an Kinderheime und soziale Einrichtungen. Die fünfte Springform auf Ebay verschleudern. Zehn stumpfe Messer wegschmeißen, fünf gute, scharfe neue kaufen. Bettzeug auslüften, neue Bezüge kaufen. Sich freimachen von den Dingen. Und danach geht es dir gut. Natürlich kann man auch in der alten Version seines Hauses leben. Das ist doch klar. Es ist vielleicht etwas beengt und voll und unaufgeräumt. Aber leben kann man da ohne weiteres.

Und natürlich können die meisten Menschen überleben, wenn sie keine Saftkur machen. Ich hätte das bei meinem ohnehin relativ gesunden Lebensstil wahrscheinlich nicht gebraucht. Aber ich wollte. Und ich merke, dass sie meine Einstellung verändert hat. So wie ich achtsamer mit einem komplett auf Vordermann gebrachten Zimmer umgehe, um die Ordnung zu erhalten, möchte ich jetzt auch keinen großen Quatsch in meinen Körper reinstecken. Und so wie man dann doch mal neue Sofakissenbezüge anschafft und einen Strauß frischer Blumen auf den Tisch stellt, möchte auch ich ein bisschen neuen Wind in meinen Körper bringen. Mehr Sport, gesündere Ernährung, saubere Kosmetik, ein gutes Gewissen. Das sind meine Ziele. Und wenn mir eine Saftkur den initialen Antrieb dafür gibt, dann finde ich das legitim und wertvoll. Trotz meiner körpereigenen Abwehrsysteme.

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  1. says

    Hey Lina,
    wirklich ein toller Artikel den du da gezaubert hast. Ich finde deinen Blog wirklich klasse! Habe gelesen das du auch aus dem schönen Rheinland kommst und vielleicht hast du ja Lust mal etwas gemeinsam zu unternehmen in Sachen „Foodblogging?“ Aller Liebste Grüße, Julia <3

    • Lina says

      Liebe Julia!

      Wie schön, dass du über meinen Blog gestolpert bist! Total gerne würde ich mit dir das kulinarische Rheinland unsicher machen!

      Liebste Grüße,
      Lina

  2. says

    Ich will auch Saftfasten. Ich nehme es mir ganz fest vor!
    Deine Säfte klingen sooo lecker, dass ich wirklich Lust habe alle zu probieren und zu testen!

    :-*

    • Lina says

      Teste mal :) Ein bisschen testen ist auch gut! Probier mal und erzählt! Liebste Grüße!

  3. Caro says

    Hi Lina,
    ich kann Dir nur zustimmen was detoxen angeht. Ich faste zwei Mal jährlich, diese Zeit nehme ich mir und finde ich wichtig.
    Meines Wissens haben Kopfschmerzen und frieren auch mit der Entgiftung zu tun, so zumindest die Aussage „Alternativ-Mediziner“.
    Und der Vergleich mit dem Haus ist nicht soweit hergeholt. Ich bring meist das Beispiel mit dem Kamin und dem Schornsteinfeger…. der Schornstein wird auch jährlich gerreinigt, nur wir tun es nicht mit unserem Körper.
    Detoxen und fasten ist glaub auch ein wenig eine mentale Reinigung, weil wir uns unter dem Jahr doch ab und an verzetteln und durch unsere Disziplin wieder auf das wesentliche konzentrieren lernen :-)

    • Lina says

      Liebe Caro!

      Ich stimme dir vollkommen zu! Zweimal jährlich finde ich sehr beeindruckend. Darf ich fragen, welche Methode to anwendest? (Saft, Tee o.ä.?)
      Liebste Grüße!
      Lina

      • Caro says

        Hallo Lina, guten Morgen,
        ich hab schon sehr viele Varianten des Fastens ausprobiert. Von div. Suppen über Saft, als auch den „umstrittenen“ Master Cleanser. Auch die Dauer habe ich schon sehr variabel gehalten.
        Ganz wichtig ist m.E. , dass man sich im Vorfeld eingehend damit auseinander setzt und sich evtl. auch ärztlichen Rat einholt, damit alles seinen richtigen Gang geht. Viele Fastenkuren scheitern an mangelnden Kenntnissen und Informationen.
        Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich (nach den Entlastungstagen) für die ersten reinen Fastentage wirklich die Zeit und Ruhe gönnen sollte um einen guten Einstieg zu haben um dem Körper die Zeit zu geben evlt. Begleiterscheinungen zu verarbeiten. Nach den ersten 3-4 Tagen wird es dann meist einfacher.