Saftfasten – ein Päuschen für deinen Körper

_MG_9815

Wenn du die letzten Tage und Wochen so gestaltet hast wie ich, dann hast du auch mal von der leckeren Quiche gegessen, die jemand zum postweihnachtlichen Get-Together mitgebracht hat. Du hast beim Familienfrühstück Käse gegessen. Ein Stück, weil ja Weihnachten ist. Und noch ein Stück, weil man das ja sonst nie macht (schließlich kauft man keinen Käse mehr). Man kann sich ja (eigentlich meistens) beherrschen. Vielleicht hast du doch das Stück Butterstollen gegriffen. Du wusstest schließlich, dass es gut schmecken würde. Hat es auch. Dass dir danach schlecht war, war dir eigentlich relativ egal. Der Stollen war schließlich lecker. Das Leiden hat sich gelohnt. Auf dem Sofa liegst du sowieso, ob mit oder ohne Wärmflasche ist nur eine Detailfrage. Denkst du. Und dann denkst du: Verdammt. Vielleicht auch nicht. Ich bin abgeschlagen, platt, fühle mich konstant überfressen und aufgebläht. Und das alles für das eine Stück Quiche. Na gut. Die zwei Stücken. Und die zwei Stücken Käse. Und den Stollen. Ich fühle mich schmutzig.

Ich fühle mich schmutzig…

Wieso nur? Wahrscheinlich, weil ich weiß, dass ich selbst für mein Unwohlsein verantwortlich bin. Und weil bei jeder Bewegung mein Bauch gluckert. Und weil ich mich ausgebremst fühle. Das ist natürlich doof. Was bleibt ist die Veränderung.

Los geht’s: EINKAUFEN

Flo und ich gehen einkaufen. Vollkommen klar: Es wird teuer. Wissen wir. Die Einkaufsliste besteht schließlich einzig aus Obst und Gemüse. Wir kaufen:

  • 8 Gurken
  • 4 Brokkolis
  • 3 Fenchels
  • 2 Staudenselleries
  • 2 gelbe Paprikas
  • 2 rote Paprikas
  • 3 rote Beetes
  • 6 Grapefruits
  • 4 Kg Äpfel
  • 2 Kg Möhren
  • 1,5 Kg Orangen
  • 500 g Spinat
  • 1 Rotkohl
  • 1 Ingwerwurzel

Wir entscheiden vor allem regional und wenn möglich bio zu kaufen. Manchmal geht auch nur entweder oder. Wir kaufen bei einem normalen Supermarkt (aka. Nicht-Discounter) und kommen bei sage und schreibe 35 € raus. Dass der Einkauf nur für 3-4 Tage hält liegt daran, dass Saftfasten (wie bereits erwähnt) nichts mit hungern zu tun hat .

_MG_9815

Saftfasten hat nichts mit hungern zu tun.

Das wichtigste beim Saftfasten ist, dass du deinen Körper nicht in einen völligen Schockzustand versetzt. Ein Glas Saft am Morgen, am Mittag und am Abend liefert dir nicht genug Kalorien, um den ganzen Tag gut durchzustehen. Außerdem wirst du (egal wie) während des Saftfastens recht schnell Gewicht verlieren. Das liegt daran, dass du deinen Darm entleerst und Wasser verlierst. Wenn du zu wenig zu dir nimmst, danach aber wieder schnell wie vorher isst, dann wirst du (obwohl Abnehmen nicht deine primäre Intension war) dem Jojo-Effekt über den Weg laufen und mit ihm eine große Runde Tanzen. Also gelten für das Saftfasten ein paar sinnvolle Regeln:

  • Trinke morgens, mittags und abends Saft (je etwa 1/2-1 Liter) und dazu die gleiche Menge Wasser. Der Saft ersetzt die feste Nahrung. Wasser trinken solltest du dennoch!
  • Saftfasten ergibt nur Sinn, wenn du einen Entsafter zu Hause hast. Gekaufte Säfte (auch Direktsäfte) haben auf ihrem Weg in deine Küche die meisten Nährstoffe verloren, sind meist stark geklärt (z.B. Apfelsaft) und enthalten viel Zucker. Frisch gemachter Saft hingegen enthält noch einen großen Anteil an Ballaststoffen und Vitaminen (du solltest ihn nicht mehr als 30 Minuten vor dem Verzehr zubereiten).
  • Du entscheidest, was du in deinen Saft packst. Ich empfehle dir aber, mindestens die Hälfte aus Gemüse zu gewinnen. Es enthält deutlich weniger Zucker als Obst. Außerdem kannst du mit grünem Gemüse unmengen Chlorophyll in dich hineinschleudern, dass deinen Körper mit Sauerstoff versorgt und dich fit und wach macht.
  • Du brauchst Öl. Es gibt wasserlösliche Vitamine, die, wie der Name schon sagt, durch Wasser gelöst von unserem Körper aufgenommen werden können. Dann gibt es aber auch fettlösliche Vitamine wie z.B. Vitamin A, dass in Möhren und roter Paprika (und anderen gelb/rot/orangefarbenem Gemüse) vorkommt. Um diese Vitamine aufnehmen zu können benötigt der Körper ein bisschen Fett. Wir können es ihm geben, indem wir an einen Liter Saft etwa 2 Teelöffel neutrales Öl (z.B. Macadamiaöl). Außerdem bringen wir auf diese Weise noch ein paar Kalorien mehr in unserem Saft unter.
  • Du brauchst ein Ziel! Es ist für Erstsafter ohne ärztliche Betreuung nicht ratsam länger 7-10 Tage zu fasten. Ich nehme mir 7 Tage vor. Danach solltest du nicht einfach wieder normal essen. Gönn dir einen Smoothie. Dann einen Smoothie mit Nüssen oder Nussmilch. Abends eine leichte Suppe. Dein so sehr dein Körper die Pause genießt, so liebevoll müssen wir ihn wieder dran gewöhnen, normal zu essen (für mich heißt das übrigens mindestens im Januar auch, auf Gluten zu verzichten. Mehr dazu bald).

Und dann: Saften!

Es ist wirklich unkompliziert. Bereite vor, was du entsaften möchtest, indem du Obst und Gemüse wäschst und, sofern man die Schale nicht mitessen kann, schälst. Entsafte alles so, wie die Anleitung deines Entsafters das vorsieht. Der Trester (der Behälter mit den geschredderten Schalen, Kernen und Strunken) ist nicht zu unterschätzen. Gib am Ende deiner Saftrunde noch einmal den Inhalt des Tresters durch den Entsafter. So kannst du weitere 200-350 ml rausbekommen. Rühre dann das Öl ein und genieße den Saft. Der ist schließlich dein Treibstoff für deinen großartigen Körper.

Aller Anfang ist hart

Das ist beim Saften wie beim Laufen. Beim Yoga. Am Anfang wirst du Hunger haben. Das liegst nicht an deinem Blutzucker, sondern daran, dass deine Verdauungsorgane wenig gefüllt sind. Das Volumen von einem großen Glassaft im Magen ist einfach nicht so lange so groß wie das eines Rumpsteaks mit Bratkartoffeln. Du wirst Bock haben, zu essen. Zu kauen. Ein Schwein zu schlachten. Musst du aber nicht. Gibt dir Zeit. Dein Körper braucht die Zeit. Dein Magen gewöhnt sich schnell an die kleinen Mengen. Dein Körper freut sich über die Nährstoffe, die du ihm zuführst. Er freut sich aber noch mehr darüber, dass du ihm keinen Quatsch reinballerst. Es kann zu Kopfschmerzen in den ersten zwei drei Tagen kommen. Es kann passieren, dass deine Haut einen oder zwei schlechte Tage hat. Das ist dein Körper, der sich darauf einstellt, dass das Leben mit weniger Mist weitergeht. Was übrig bleibt ist ein gutes Gefühl. Stolz. Kraft. Energie. Traust du’s dir zu?

Multivitaminsaft
——————————————

If you spent the last weeks the way I did, then you did have a piece of Quiche that one of your friends brought to the annual get-together. You did have a cheese slice at the post-christmas family breakfast. Another one since you never have cheese at home and that morning was a special one. Maybe you had some baked goods. Aren’t these restricted to Christmas anyways? And you knew you’d enjoy it. Plenty. Feeling sick afterwards is more or less an inevitable evil. After all, the cookies were delicious. Worth the pain. Wouldn’t you hang out on the couch anyways? And wouldn’t a hot water bottle be a questions of details? That’s what you thought. And then you’re all: dang it. Maybe it wasn’t worth the pain. Find yourself in the most exhausted, lethargic version and realize that you constantly feel like you overate (even if you didn’t) and uncomfortably bloated. And all of that for the sake of a bite of quiche. Or two. And the cheese. Oh well. I feel dirty.

I feel dirty…

Why is that? Well, probably, because deep down in my heart I do know that I’m the only one to blame for my discomfort. And, because of the awkward noise in my stomach every time I move. And because I feel sloooowwww. And obviously that’s annoying. What’s left is the chance to change things up a little.

Let’s go: Grocery Shopping

Flo and I went to the store. Obviously, it would be pricey. The whole shopping list is made up of fresh fruits and veggies. We bought:

  • 8 cucumbers
  • 4 heads of broccoli
  • 3 fenchel bulbs
  • 2 heads of stalk celery
  • 2 yellow bell peppers
  • 2 red bell peppers
  • 3 red beets
  • 6 grapefruits
  • 8 lbs apples
  • 4 lbs carrots
  • 3 lbs oranges
  • 1 lbs spinach
  • 1 small red cabbage
  • 1 large piece of ginger root

We choose to mostly buy regional and organic, if possible. Sometimes it’s an either or choice. We shop at a normal supermarket as in no-super-cheap-discount-monster-market. Turns out: If you look for regional and/or organic you do find great offers. We ended up at 35€.  (Must admit: German prices for produce are rather cheap). It will probably last us roughly 3-4 days. That’s not too long, considering the number of items. Remembering though that a juice fast has little to do with starvation (as mentioned before), it makes total sense.

_MG_9740

Juice fast ≠ starvation.

Most importantly, juice fasting is not supposed to put your body into a total shock mode. A glass of juice in the morning, at noon and for dinner will not provide a sufficient amount of calories for your body to function. More than that you will (no matter how) some weight during the fast anyway. That is, because you will clean out your colon and you’ll lose water. If you consume to little during the fast, but then quickly return to your ’normal‘ diet, you will meet your friend Yoyo Effect sooner than you wish (even if your intension isn’t to lose weight in the first place). Thus, in order to avoid any of these side effects, there are a bunch of important rules for juice fasting:

  • Have a about 2-4 cups of juice in the morning, around noon and in the evening. Additionally drink an equal amount of water or unsweetened tee. The juice is supposed to substitute for your solid food, not for your water intake.
  • A juice fast only makes sense if you own a juicer. Store bought juices will have lost most of ther nutrients on their way into your kitchen. Plus, they usually are filtered (like apple juice) and lost most of their fiber that way but contain tons of sugar, still. Freshly juiced juice, however, does still contain lots of fiber and vitamins and will provide you with those goodies if you drink the juice within about 30 minutes after juicing.
  • You choose what you drink. I recommend to get at least half of your juice from veggies rather than fruit. It contains much less sugar than fruit and green veggies also load you up with chlorophyll which will boost your body with oxygen and will make you feel strong and fit and awake.
  • You’ll need oil. Mother Nature made two kinds of Vitamins. There water-soluble ones that only need a drop of liquid to be absorbed by your body. But there are also feg-soluble ones that (as the name suggests…) need some oil to do their work for us. One example is carotin (or Vitamin A) that we find in any red, orange or yellow-ish produce like bell pepper or carrots. To help these guys function, you should add a teaspoon to each two cups of juice or else they are useless. Nice side effect: further high-quality calories are added to our juice. So choose organic nut oils like macadamia or walnut oil.
  • You need a goal. Extreme fasting can me dangerous. Aside from the number of calories you pour into your body, you should also limit the days of fasting to 7-10. If you wish to juice longer than that you should definitely consult your doctor. And after the fast, don’t go back to normal to quickly. Allow your body to adjust to the volume and texture of your meals slowly. Treat your body to a smoothie, next time add some nuts or nut milk, have a light soup at night. As much as your body enjoys the break, as carefully we have to help him get back to normal (for me that is as dairy-free diet and for january (at least) also a gluten-free diet)

And now what? Juice it!

I mean, it probably couldn’t be less complicated. Prepare what you’d like to juice by washing fruit and veggies and, if you can’t eat the peel, peel it. Juice everything according to the instructions of your juicer. Do not throw out the shredded peel and pulp in your container. Have it juice a second time to save another half to full cup of juice! Then stir in the oil and enjoy your body’s nutrient rich fuel (juice.)

The first day is always the hardest.

No matter if you run, do yoga or juice. The beginning will ask the most from you. You will very likely feel hungry. That is, because even if you drink enough calories you might hear and feel your tummy rumble and growl. Of course. There will be less volume in your digestive organs than when you eat steak and fries. The noise really just means that your body takes the time to tidy up between your stomach and your colon. You will very likely feel the need to eat. To chew. To kill a pig. But you don’t need to! Let your body learn that you don’t need a lot of volume to feel full. After one or two days you will feel surprisingly satisfied after just one glass of juice (though you should drink a second one for the calories!). It may occur the you feel a little headachy and that your skin breaks out a little bit. This is the actual detox effect. It’s your body’s cold turkey. Getting rid of drugs like caffein or sugar. But carry on! What is left then is a feeling of pride, joy, energy and power. Do you dare to juice fast?

Detox_Logo

Share

  1. says

    Mensch Lina, woher wusstest du das mit dem Käse, du Hellseherin 😉 Und das mit dem Stollen auch!
    Detox im Januar – ich bin dabei! Ich habe leider keinen Entsafter, denke aber ernsthaft über die Anschaffung nach, da ich Säfte (nicht Smoothies) mittlerweile sooo liebe und eine Saftkur wirklich gerne mal ausprobieren würde. Hast du vielleicht eine Empfehlung?

    Liebe Grüße,
    Denise

    • Lina says

      Liebe Denise,

      ich habe auch sehr lange gesucht. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Preisklasse 100-150 € sinnvoll ist und dass Gastroback eine solide Firma ist. Ich bin damit sehr zufrieden. Der Link unten stellt Entsafter vor (und ihren Nutzen).

      Ich finde persönlich, dass ein Saft nochmal etwas anderes ist als ein Smoothie. Denn viele Gemüsesorten werden im Smoothie bitter und irgendwie eklig (find ich…)
      ich freue mich, dass du Gefallen hieran findest :)

      Liebste Grüße und bis bald hoffentlich!
      Lina

  2. says

    Danke für den Tipp! Klar, Saft ist auch was vollkommen anderes als Smoothies und du hast recht, gerade Gemüse schmeckt in Smoothies nicht wirklich gut, als Saft aber fantastisch. Ich seh schon, ich brauch so ein Gerät 😉
    Habe deinen Beitrag übrigens in meinen Links der Woche vorgestellt :)

    Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag,
    Denise

  3. says

    Wow, sehr spannend :) Danke für die ausführliche Beschreibung! Für mich kommt Saftfasten nicht in Frage, weil mein Kreislauf nicht mitmacht und ich einfach umkippe, wenn ich arbeiten muss und nicht genug esse. Aber ich hab schon öfter überlegt, zumindest mal das Frühstück durch Saft zu ersetzen.
    Liebe Grüße,
    Ela

    • Lina says

      Liebe Ela,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich kann deine Bedenken gut verstehen. Mein Freund (mit Männer-Hunger (aka. häufigem Appetit)) hat aber von selbst vorgeschlagen, dass wir doch danach auch mal ab und an einen Saft statt einer Mahlzeit zu uns nehmen sollten. Ich finde die Idee fantastisch und ich dementsprechend deine Frühstücksidee auch! Liebste Grüße!

      Lina

  4. says

    Ich habe letztes Jahr eine Saftkur gemacht und war überrascht das es gar nicht so schwer ist, wie es klingt. Einzig gegen Ende habe ich das kauen so vermisst. Einfach mal wieder etwas in den Mund stecken und kauen, nicht in den Entsafter und trinken;) Ich denke eine Saftkur kann wirklich ein toller Start sein, aber es kann auch recht mit dem Stoffwechsel spielen und diesen durcheinander bringen! Aber es ist defintiv besser als nur eine Wasserkur, weil dennoch alle wichtigen Nährstoffe zugeführt werden=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    • Lina says

      Liebe Krisi,

      vielen Dank, dass du deine Erfahrung hier teilst. Ich stimme dir absolut zu! Ich kämpfe im Moment auch ein bisschen mit dem Kauen bzw. nicht-Kauen. Da ich mich auf 7 Tage beschränke habe ich bis jetzt noch keine konkreten Stoffwechselprobleme feststellen können. Ich merke aber, dass mein Magen etwas weniger Volumen gewöhnt ist, wodurch ich selbst nach einem Glas Saft mittlerweile recht satt bin.

      Liebste Grüße!
      Lina

  5. Cosima says

    Hallo :)
    Der Artikel und deine Saftkur sprechen mich gerade total an.
    Leider habe ich nur einen kleinen Entsafter, Äpfel und Karotten schafft der, aber beim Rest bin ich mir unsicher…
    Und wie sieht’s aus mit dem Vorbereiten?
    Ich müsste mir frühs gleich den Saft fürs Mittag’essen‘ mitmachen, macht das keinen Sinn wegen der Nährstoffe?!
    Viele Grüße

    • Lina says

      Liebe Cosima,

      du sprichst einen wichtigen Punkt an! Es stimmt, dass viele Nährstoffe innerhalb der ersten halben Stunde verloren gehen. Auf der anderen Seite: Wenn du morgens frischen Saft und abends frischen Saft trinkst und mittags einen ‚älteren‘, dann nimmst du mittags dennoch keinen Quatsch zu dir, lässt deinem Körper Zeit und ruhe und regst ihn nicht unnötig auf. Ich denke, dass du dir dann immernoch einen Gefallen tust. Alternativ kannst du auch mittags eine warme Suppe essen. Das kann auf der Arbeit eventuell auch angenehmer sein. Mach dir nicht so viele Gedanken! hör darauf, was dir gut tut!

      alles Liebe!
      Lina