Life-Detox: Weniger ist mehr – Kleiderschrank

Ausmisten Kleiderschrank

Ausmisten hin oder her. Auch wenn der Prozess selbst nicht so viel Spaß macht und einem eine Menge Entscheidungswut abverlangt, das Ergebnis ist umso befreiender! Das gilt für das Kosmetikregal genauso wie für den Kleiderschrank.

Als ich das letzte mal umgezogen bin, gab es 4 Umzugkisten mit Kleidern. Natürlich haben andere Menschen deutlich mehr Kleider als ich, aber der Umstand, dass ich VIER Kisten mit Kleidern füllen konnte hat mir schon ein bisschen zu denken gegeben. Ich hasse umziehen. Und dass vier Kisten Kleider mir noch mehr Arbeit bereitet haben, finde ich ziemlich dämlich. Beim Einsortieren in meinen Kleiderschrank habe ich schon einiges aussortiert. Im Rahmen meines letzten Ausmisteschubs mussten noch ein paar mehr Teile ‚Lebe wohl‘ sagen. Ich hatte viele meiner Klamotten in meinem Kleiderschrank und einiges auch in meiner Ikea-Kommode und genau das war zunächst mein Maßstab. Ich wollte, dass alles ordentlich und ohne quetschen in meinen einen Kleiderschrank passt. Das hat relativ einfach geklappt. Und dann wollte ich noch weniger und noch weniger besitzen, denn alles, was bleibt, muss beim nächsten Umzug wieder in Kisten gepackt werden und wieder von mir Treppen hinauf und hinunter getragen werden. Bis dahin fliegt es durch Schränke und auf den Boden, hängt ungetragen auf Stuhllehnen und wird seinem eigentlichen Wert einfach nicht gerecht.

Entscheidungen treffen…

Ausmisten Kleiderschrank

Alles Ausgemistete hat fünf grüne Säcke gefüllt. FÜNF. Und trotzdem. Ich habe immer noch genug Kleidungsstücke, um nicht immer das gleiche zu tragen und die saubere-Wäsche-Schmutzwäsche-Ratio geht über etwa zwei Wochen auf. Das ist natürlich so ein Ding. Schließlich gibt es für jeden Anlass andere Kleidung! Ich brauche zum Sport andere T-Shirts als für die Arbeit. Für die aber wiederum genug unterschiedliche Outfits, um meinen Schülern keinen Redeanlass durch meine beschränkte Kleiderwahl zu bieten. Im Sommer braucht man andere Sachen als im Winter. Völlig klar.

Dementsprechend würde ich niemals behaupten, man kann einfach wegschmeißen, bis man nichts mehr hat. ABER: Braucht man wirklich zehn verschiedene Erinnerungs-T-Shirts (Abi, Ferienlager, Jungesellinenabschied…)? Wie viele überdimensionierte Schlaf-T-Shirts verbraucht man innerhalb eines Wäschezyklus? Wechselt man wirklich jeden Tag die weiße Bluse mit der man nur nicht-schwitzend im Büro gesessen hat? Wahrscheinlich nicht. Es geht also darum zu überlegen, wieviel brauche ich wovon und vor allem wofür?

Wie wenig ist genug?

KleiderschrankAusmisten-2

Bei den Minimalisten-Bloggern kursieren momentan sogenannte ‚Capsule-Wardrobes‘ [Kapsel–Garderoben], die aus dreißig Einzelteilen besteht, von denen sich fast alle miteinander kombinieren lassen. Das ergibt natürlich Sinn, ist in meinen Augen aber eine etwas überzogene Einschränkung. Die Idee, meine Kleider aber so zu kaufen, dass sich die Einzelteile gut miteinander kombinieren lassen, hat sich bei mir ganz schleichend sowieso etabliert. Die meisten meiner Kleidungsstücke sind blau, grau, beige und/oder weiß. Praktisch ist das wirklich. Auf der anderen Seite vielleicht auch nicht besonders vielfältig. Ist mir aber egal. Denn diese Farben gefallen und stehen mir (in meiner Wahrnehmung) am besten. Zunächst habe ich mir eine Plus-Minus-Liste gemacht, an der ich mich orientieren möchte. Immer wenn ich etwas neues kaufe, muss auch etwas altes gehen. Ich habe also den ganzen bunten Quatsch, der von den hintersten Ecken meines Kleiderschranks aus alles vollgeramscht hat, aussortiert. Alles guterhaltene Stücke! Also habe ich sie sorgfältig gefaltet zur Kölner Kleiderkammer gegeben, die sie dann an Bedürftige verteilt. Containerunternehmen, die die Textilien billig nach Afrika verschicken, sollte man nicht unterstützen, da die gespendete Ware aus Europa den Textilmarkt vor Ort zerstört.

Ich kaufe seit dem noch bewusster, gebe gerne ein kleinwenig mehr aus (z.B. 70-100 € für eine Hose, statt dreierlei 29€ Hosen vom Schweden oder vom Spanier) und wertschätze dann mein neues Objekt, dass ich häufig tragen werde und mit vielem kombinieren kann.

Mein etwas minimalistischerer Kleiderschrank:

Hosen/Röcke
3 lange Hosen
3 kurze Hosen
1 Dreiviertel-/Siebenachtelhose
2 High-Waist-Röcke
2 Miniröcke

Kleider
1 kleines Schwarzes
2 Cocktailkleider
3 Sommerkleider
1 Strand Cover-Up

Oberteile
5 Tanktops
10 Tops
5 T-Shirts
2 Blusen
4 Pullis
3 Longsleeves

Sport
2 Bikinis
2 Schwimmanzüge
2 Kuscheljogginghosen
3 Work-out-Hosen lang
2 Dreiviertel-Work-out-Hosen
3 Tennisröcke
6 Sportoberteile
6 Sport-BHs

Unterwäsche
14 paar Socken
14 Unterhosen
7 BHs
3 schwarze Strumpfhosen mit unterschiedlicher Dichte
———————————————————————–
111 Teile (+/-)

 

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    • Lina says

      Danke liebe Leonie! Ich drück dir die Daumen für viel Entscheidungsfreude und gutes Loslassen! :)

  1. says

    Liebe Lina, wow! Ich weiß, zen und detox im Leben müssen unheimlich befreiend sein, aber deine Liste lässt mich gerade ein wenig über mich schmunzeln. Ich liebe auch auszusortieren, ich mag tatsächlich den Akt und nicht nur das Ergebnis. Aber in Wahrheit denke ich immer, je reichhaltiger der (auch wirklich getragene) Kleiderschrank, desto besser. Mh, da wurde ich wohl gerade eines anderen Belehrt 😉
    Vielen Dank, dass du auf die Möglichkeiten des Wegschaffens hingewiesen hast. Auch auf FB finde ich es super, wie du auf derlei Dinge (Tütenverbrauch etc.) erinnerst.
    Fühl dich ganz lieb gedrückt!

    • Lina says

      Meine Liebe!

      Lass dich bloß nicht von mir belehren! Denn niemals würde ich empfehlen, dass auszumisten, was man braucht und nutzt und wertschätzt. Und da mache ich mir bei dir ganz ehrlich keine so großen Gedanken! Vielen Dank für dein wunderbares Feedback! Ich drück dich fest!

      Lina