DETOX-FACTS: 10 FRAGEN ZU MEINEM LIFESTYLE [TEIL III Gewohnheiten]

Lina-Maria Schoen

In den letzten Monaten haben mich immer wieder Fragen von euch erreicht, die meinen Lifestyle und seine Umsetzung im Alltag angehen. Das finde ich großartig, denn das heißt für mich, dass viele von euch wirkliches Interesse an einem gesunden, unbeschwerten, sorglosen Leben haben. Hier habe ich die zehn häufigsten Fragen zusammengestellt. Heute: Zwei Fragen zum Thema Gewohnheiten.

Das mit dem Bloggen. Wie bekommst du das eigentlich neben dem Job noch hin? Stresst das nicht?

Doch. Stresst total. Manchmal. Meistens macht es aber einfach nur Spaß. Auch hier geht es wieder um die Betrachtungsweise. Immer wenn ich mich dabei erwische, wie ich denke ‚Oh nein, ich muss heute noch den und den Blogpost raushauen und dem und dem Veranstalter antworten!‘ merke ich, dass mir die Lust vergeht. Wenn ich aber nachmittags gestresst von der Arbeit komme und gerne abschalten möchte, dann stelle ich mich in die Küche und bastle an einem Rezept herum, photographiere und blogge. Und das ist zeitintensiv, aber es bietet mir auch einen Ausgleich. Ich kann meinen Blog so gestalten, wie ich das gerne hätte. Ich bin auf niemanden angewiesen. Alles, was auf meinem Blog steht und vor allem so, wie es da steht, beruht auf dem, was ich hineinstecke – an Liebe, Zeit und Mühe. Dementsprechend entlohnend sind dann Kommentare, E-Mails und Nachfragen von euch, denn daraufhin weiß ich, dass sich der Spaß auch irgendwie lohnt. Ich denke nicht, dass jetzt jeder bloggen sollte. Aber im Bezug auf das größere Ganze im Lebend denke ich, dass sich jeder ein Ventil schaffen sollte, bei dem er selbst bestimmen kann. Sei es, an einem alten Auto herum zu schrauben, Sport zu machen oder zu stricken. Am Ende geht es darum, sich Zeit zu nehmen, um etwas zu gestalten und sich selbst darin zu verwirklichen. Das empfehle ich jedem. Denn es hilft dabei, im alltäglichen Oben die Balance zu halten und gibt einem Raum, Entscheidungen, die wichtige Bereiche des Lebens treffen, sinnvoll zu reflektieren und zu fällen.

Ein guter Zeitplan wirkt dabei Wunder. Ich überlege mir gerne abends vorm ins Bett gehen, was ich am nächsten Tag alles tun muss. Manchmal schreibe ich es mir auf, manchmal merke ich es mir einfach so. Wichtig dabei ist mir, dass ich immer Raum für ein bisschen Bewegung und ein bisschen Freizeit einplane. Bei Dingen, die mir keinen Spaß machen (aufräumen zum Beispiel) mache ich mir eine To-Do-Liste mit Zeitplan, drehe laut Musik auf und stelle mir dann den Timer. Ich erlaube mir dann zum Beispiel innerhalb von zehn Minuten den Flur zu saugen und die Jacken anständig in die Garderobe zu hängen. Fünfzehn Minuten gönne ich mir zum Spülen und Abtrocknen und so weiter. Denn dann ist absehbar, dass es bald vorbei ist.

Interessanterweise merke ich, dass ich meiner Mutter mit zunehmendem Alter immer ähnlicher werde. Sie erledigt Sachen immer sofort. Rechnungen werden bezahlt und abgeheftet, E-Mailsbeantwortet, Einkäufe verstaut und so weiter. Ganz so genau nehme ich es nicht. Aber ich merke zum Beispiel, dass ich die Dinge gerne schon einen oder zwei Tage vor Deadline erledigt habe. Ich lege mir Rechnungen auf mein Kopfkissen, damit ich sie vorm einschlafen noch schnell überweisen kann (lang lebe das Onlinebanking) und so weiter. Damit nehme ich mir selbst wahnsinnig viel Stress ab und bekomme viel mehr gleichzeitig hin.

Du sprichst viel über nachhaltige Entscheidungen. Hältst du dich selbst 100% daran?

Gute Frage. Kommt öfters. Antwort: Nö. Ich treffe nicht immer nur nachhaltige Entscheidungen. Ich fahre zum Beispiel jeden Morgen mit dem Auto zur Arbeit. Das ist nicht sehr nachhaltig, aber: 1. Habe ich immer sehr viel schweres Material dabei (Bücher, Poster, Laptop, DVDs, Arbeitsblätter und so weiter), dass ich das nicht alles auf dem Fahrrad transportieren könnte. 2. Die S-Bahn-Stationen sind je etwa 12 Minuten zu Fuß von meiner Tür und von der Tür meiner Arbeitsstelle entfernt. Und 25 Minuten mit 4 vollgepackten Beuteln, einer Schultasche und einer großen Rolle mit Plakaten sind furchtbare 25 Minuten. 3. Die Strecke fährt sich mit dem Fahrrad in 45 Minuten, sodass ich klatschnass geschwitzt in der Schule ankäme, ohne Duschoption vor Ort. 4. Mein Auto verbraucht 5.5 L/100km, ich fahre nicht jeden Tag und meistens nehme ich ganze Fahrgemeinschaften mit. Innerhalb der Stadt fahre ich IMMER UND ÜBERALL mit dem Fahrrad hin (oder gehe zu Fuß). Ich kaufe (nicht gerne, aber eben ab und zu) auch mal etwas, mit Plastik in der Verpackung. Ich versuche das so gut ich kann zu vermeiden, aber manchmal wäre der Mehraufwand einfach zu groß. Dafür kaufe ich NIE eine Plastiktüte und lehne auch grundsätzlich Tüten an der Kasse ab. Ich schalte immer hinter mir das Licht aus, ich hasse es, wenn Wasserhähne sinnlos laufen, ich verwende übriges Wasser aus meiner Trinkflasche immer für meine Pflanzen. Wir haben immer Beutel dabei oder tragen eben alles mit den bloßen Händen und vor etwa einem Dreivierteljahr haben wir von den schrecklichen Billo-Pfandwasserflaschen vom Discounter auf einen Krahnwassersprudler mit Glaskaraffen umgestellt. Wenn sich jeder angewöhnen würde, das Wasser ein klein wenig kürzer laufen zu lassen oder einen Leinenbeutel mehr in seiner Handtasche dabei zu haben, wären wir wahrscheinlich schon ein kleines bisschen weiter. Und das ist meine Herangehensweise: jeden Tag wenigstens eine gute, nachhaltige Entscheidung. Nicht krampfhaft. Einfach mit ein bisschen gesundem Menschenverstand.

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