Detox-Facts: 10 Fragen zu meinem Lifestyle [Teil I Ernährung]

Lina-Maria Schoen

In den letzten Monaten haben mich immer wieder Fragen von euch erreicht, die meinen Lifestyle und seine Umsetzung im Alltag angehen. Das finde ich großartig, denn das heißt für mich, dass viele von euch wirkliches Interesse an einem gesunden, unbeschwerten, sorglosen Leben haben. Hier habe ich die zehn häufigsten Fragen zusammengestellt. Heute: Vier Fragen zum Thema Ernährung.

Isst du IMMER nur vegan und glutenfrei? Wie funktioniert das denn, wenn du mal unterwegs bist?

Ich esse NICHT IMMER NUR glutenfrei und vegan. Aber: FAST IMMER. Und das heißt: für mich zu Hause koche ich nur vegan und nur glutenfrei. Ich wähle so gut ich kann Restaurants aus, in denen es vegane Optionen gibt (es gibt zum Beispiel fast überall Salate, die entweder schon vegan sind oder bei denen man das tierische wegordern kann. Dazu frage ich nach einer Vinaigrette oder einfach nach Essig und Öl und mische selbst). Glutenfrei ist in den meisten gastronomischen Betrieben noch nicht so richtig angekommen. Es lohnt sich, nach glutenfreiem Brot zu fragen (in vielen der neuen hippen Burgerläden gibt es auch glutenfreie Buns und vegane Patties), denn manchmal haben sie wirklich etwas da, was sehr dankbar ist. Wenn es aber keine sinnvolle glutenfreie Option gibt, dann esse ich lieber vegan und nehme ein bisschen Müdigkeit und Bauchgrummeln im Anschluss in kauf. Und dann gibt es diese Momente, wo man eingeladen ist und jemand mit viel Liebe einen Kuchen zubereitet hat. Dann esse ich im Normalfall ein kleines Stück. Denn ich möchte die Arbeit und die verarbeiteten Lebensmittel würdigen. Auch wenn ich dann im Normalfall erkläre, dass ich tierisches meide (OHNE mein Umfeld aufzufordern, es mir gleichzutun).

Hast du kein schlechtes Gewissen, wenn du doch mal etwas isst, das aus deinem Rahmen fällt?

Nö. Ich fühle mich dann meistens nicht gut. Danach. Ich habe Bauchweh, fühle mich aufgebläht, dätschig und habe das dringende Bedürfnis Obst zu essen. Das funktioniert gut. Ich habe gelernt, mich bei Fehltritten nicht lange zu grämen, sondern einfach zurück zu meinen Idealen zu finden und daraus zu lernen. Heute schmeiße ich nach einem Stück Kuchen nicht mehr alles hin und denke mir: ‚Ach, klappt eh alles nicht.‘, sondern ich sage mir: ‚Okay. War lecker. Jetzt fühl ich mich nur so mittel, zurück zum sinnvolleren Essen.‘ Das hilft ungemein. Ich esse kaum noch Schokolade. Und manchmal doch ein Stück Zartbitter. Und ich finds wunderbar, denn da wirkt wie ein Ventil. Oder Chips. Die einfachen. Nur mit Meersalz. Da könnte ich mich reinsetzen. Ich habe schon aufgehört, diese überwürzten orangeroten Ekelchips (‚Paprika‘ oder ‚Ungarisch‘) zu essen. Ab und an habe ich aber einfach LUST auf Chips. Und der gehe ich nach. Dann gibts zum Beispiel zum Tatort einen großen Salat und eine kleine Schüssel Meersalzchips. Punkt. Danach kann ich mich eigentlich immer noch ziemlich gut im Spiegel anschauen.

Ist es nicht unfassbar schwer so sehr zu verzichten?

Wäre es vielleicht, wenn ich es als Verzicht betrachten würde. Denn wenn man immer nur denkt: ‚ich darf dies nicht und ich darf das nicht‘, dann ist es ja absolut naheliegend, dass daraus Bedürfnisse entstehen (‚Ich möchte jetzt gerne eine riesengroße Kugel Vanilleeis mit Sahne essen, aber ich darf nicht.‘) IST DOCH KLAR, DASS MAN SICH DANN AN NICHTS HÄLT! Denk mal zurück daran, als du noch klein warst und man dir gesagt hat, dass du nicht so lange aufbleiben darfst wie die Großen. Was hast du gemacht? Wahrscheinlich gekämpft und gequängelt um länger auf zubleiben. Du hast dir nicht gedacht: ‚Oh, wenn ich jetzt schlafen gehe, dann bin ich morgen ausgeschlafen und gut gelaunt und fit!‘ sondern nur, wie fies Mama eigentlich ist und dass du armes Kind ja NIE was darfst. So wie ich. Heute gehe ich gerne um 9 ins Bett wenn ich müde bin. Weil ich mir denke: ‚Ich WILL jetzt schlafen gehen. Ich bin müde, ich muss morgen früh raus, wahrscheinlich ist das eine kluge Entscheidung, jetzt ins Bett zu gehen.‘ Und so geht es mir auch mit dem Essen. Ich denke mir nicht ‚Oh, ich darf kein Omelette mit Butterstulle essen!‘ sondern ‚Geil. Porridge mit Mandelmus, Vanille und Obst. Was könnte es besseres geben?!‘ Und dann esse ich und bin satt und hab völlig vergessen, dass das Omelette ja auch eine Option hätte sein können. Es ist also eine Frage der Perspektive, der Offenheit und das Lust auszuprobieren, was einem gut schmeckt.

Was hast du immer Zuhause und wie ersetzt du einzelne Produkte?

Meine Küche ist meine Werkstatt. Ich verbringe Stunden damit herumzuprobieren. Dabei kommen die folgenden Produkte eigentlich immer irgendwie vor und sind deshalb auch stets in meinem Haushalt zu finden:

  • Nüsse: Cashewkerne, Mandeln und Walnüsse habe ich immer da! Aus ihnen mache ich Snackballs (z.B. mit Datteln und Kakao) und Rohe Kuchen oder verwende sie als Topping für Porridge oder Salat.
  • Nussbutter: Mandelmus und Mandelbutter verwende ich als Brotaufstrich oder zum verfeinern von Suppe oder Saucen (weißes Mandelmus macht zum Beispiel Risotto herrlich schlotzig und cremig). Tahini (Sesammus) verwende ich für Dressings oder im Hummus und würze es mit Knoblauch und Kräutern, Salz und Pfeffer.
  • Samen: Hanf, Sesam, Sonnenblume. Ganz egal. Verwende ich im Salat oder im Müsli oder zum Brotbacken. Sie geben eine besondere Textur und einen herrlichen Geschmack.
  • Fette: Zum Anbraten verwende ich Kokosöl, dass sich auch für rohe Kuchen und veganes Eis wunderbar verwenden lässt, weil es im kalten Zustand fest wird und somit zum Stand der Rezepte beiträgt. Olivenöl und Leinöl verwende ich für Salatdressings und als Drizzle über Gemüse und Salat.
  • Hülsenfrüchte: Ich hab sie mal gehasst. Heute liebe ich sie. Um Kichererbsen gut verdauen zu können sollten sich mindestens 24 Stunden in kaltem Wasser einweichen und das Wasser sollte regelmäßig gewechselt werden. Linsen koche ich gerne auf und verwende sie für Salate, Eintöpfe und Suppen. Aus Schwarzen Bohnen lassen sich fantastische Bohnen zaubern. Vielseitige kleine Dinger sind das.
  • Pseudogetreide: Quinoa is my King. Zum Backen oder als Sättigungsbeilage: Quinoa passt wirklich überall und es gibt so unterschiedliche Möglichkeiten: Quinoabrötchen, Quinoabratlinge, Quinoa mit Thaicurry. In Love. Vollkornreis ist auch immer eine gute go to Option, zum Beispiel für Mandelmilchreis. Reisnudeln verwende ich statt Weizennudeln und habe mittlerweile einige Sorten gefunden, die mich total zufrieden stellen.
  • Milchersatz: Je nach dem ob ich Fett oder Flüssigkeit brauche stelle ich mir meine eigene Mandel-, Cashew- oder Quinoamilch her oder verwende Kokosmilch
  • Zuckeralternativen: Es ist so einfach auf Industriezucker zu verzichten! SO EINFACH. In Püriertem verwende ich gerne Datteln, ansonsten Ahornsirup, Agave, Kokosblütenzucker, Reissirup… Es gibt so wunderbare Möglichkeiten raffinierten Zucker zu meiden! Alle Süßspeisen mit Zimt und Vanille zu würzen triggert schon unsere Geschmacksnerven für süß. Diese kommen also ohnehin schon mit weniger Zucker aus.

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