DETOX-FACTS: 10 FRAGEN ZU MEINEM LIFESTYLE [TEIL IV Bewegung]

Lina-Maria Schoen

In den letzten Monaten haben mich immer wieder Fragen von euch erreicht, die meinen Lifestyle und seine Umsetzung im Alltag angehen. Das finde ich großartig, denn das heißt für mich, dass viele von euch wirkliches Interesse an einem gesunden, unbeschwerten, sorglosen Leben haben. Hier habe ich die zehn häufigsten Fragen zusammengestellt. Heute: Zwei Fragen zum Thema Bewegung.

Wie regelmäßig machst du Sport? Und vor allem welchen? 

Wer meine Facebookseite regelmäßig liest, weiß, dass ich gerne laufe, schwimme und Yoga mache. Das sind drei Sportarten, die ich erst ziemlich spät für mich entdeckt habe. Irgendwann im Studium wollte ich zum Bus rennen. Und als ich ankam, war ich so außer Atem, dass mein Mund ganz metallisch geschmeckt hat, weil ich mich auf den 150 Metern so dermaßen verausgabt habe. Nach diesem Erlebnis war mir klar, dass ich Laufen lernen musste. Ich weiß, dass das absurd klingt, schließlich war ich 19 und hätte eigentlich wissen müssen, wie das geht. Aber ich hatte plötzlich ein neues Ziel. Ich wollte in der Lage sein, 30 Minuten lang durchzujoggen. Denn das konnte ich nicht, war aber der Ansicht, dass das jeder (inklusive mir) eigentlich können sollte. Also suchte ich mir einen Laufplan aus dem Internet und fing an, 2-3 mal die Woche zu laufen. Und was soll ich sagen, nach 2 Monaten war ich soweit. Ich ging noch nichtmal mehr von 30 Minuten aus, sondern joggte locker (aber langsam) 5 KM entlang der Mosel (damals studierte ich in Trier). Seit dem habe ich das Joggen nicht mehr sein lassen wollen. Es gibt Monate, in denen ich nicht ein einziges Mal die Laufschuhe schnüre; es gibt Wochen, in denen ich vier mal loslaufe. In den letzten Wochen habe ich verschiedene Volksläufe für mich entdeckt: 7,5 KM bei Nacht um einen See, 10 KM durch die Kölner Innenstadt, 5 KM im Dunklen über ein ehemaliges Rollfeld in Brooklyn, auf denen ich alle 1000 Meter mit Farbbeuteln abgeworfen wurde. ICH LIEBE ES. Ich weiß nicht, ob ich irgendwann mal einen Halbmarathon laufen werde. Aber ich weiß, dass ich immer irgendwie laufen werde. Für mich.

Ist Yoga nicht ein bisschen zu esoterisch? Und auch ein bisschen zu kompliziert?

Jein. Als ich angefangen habe, Yoga zu machen habe ich mir ein Yogastudio ausgesucht, in dem vor allem kleine Gruppen zusammen praktiziert haben. In meiner ersten Yogastunde war außer mir nur noch eine andere Person da. Ich habe 90 Minuten lang alles gegeben, mich verknotet, nicht weiter gewusst und war danach vollkommen erschlagen. Ich lag in der Abschlussmeditation und dachte mir, dass das dann auch meine letzte Yogastunde war. Ich unterschrieb direkt im Anschluss ein Jahresabo, mit dem ich so oft ich wollte zum Yoga gehen konnte, ging nach hause und schlief besser denn je. Am nächsten Tag hatte ich Muskelkater an Stellen von denen ich noch nicht einmal wusste, dass sie Teil meines Körpers waren. Zwei Tage später ging ich wieder zum Yoga und wusste ab dann in jeder Shavasana (Abschlussmeditation) warum ich die 90 Minuten zuvor auf mich genommen hatte und immernoch auf mich nehme:

  • in den 90 Minuten geht es um mich. Nicht um meinen Blog. Nicht um meinen Job. Nicht um mein Privatleben.
  • ich lerne, wie die einzelnen Teile meines Körpers zusammenhängen
  • ich gehe an meine Grenzen und darüber hinaus
  • ich kontrahiere so viele Muskeln gleichzeitig, wie zu keiner anderen Gelegenheit.
  • ich fühle mich danach so entspannt wie nach einer Ganzkörpermassage.
  • ich glaube, seit dem ich Yoga mache, dass Achtsamkeit (egal auf welcher Ebene) der Schlüssel zur Zufriedenheit ist und komme ihr während der Praxis immer etwas näher.
  • ich habe verstanden, dass der Weg das Ziel ist, und dass auch der Prozess schon ein Erfolg ist.

So. Und das hat nichts mit Energiefluss, Chakra und dem Dritten Auge zu tun, sondern schlichtweg mit der Perspektive auf die Dinge, die mir im Leben begegnen. Und das finde ich eigentlich sehr gesund. Denn das nötigt mich meine Sinne zu schärfen, auf mich selbst zu hören und macht, dass ich mich fordern will und dass alles davon abhängt, mit welcher Einstellung ich es angehe. Ob ich dabei einen perfekten Spagat zaubere, in der Brücke ein Bein in die Luft strecken kann oder Handstand auf einem Arm mache ist mir wunderbarer Weise ziemlich egal.

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